Eine Delegation der CDU Garbsen stattete dem Wasserverband Garbsen Neustadt auf Initiative des Berenbosteler Ratsherrn Gunther Koch, der auch Vorstandsmitglied im Wasserverband ist, am Dienstagmorgen einen Besuch ab. Anlass war die Berichterstattung der Medien über verunreinigtes Grundwasser durch Müllablagerungen in alten Sandgruben in Stelingen. Die Sorge, dass dadurch auch die Qualität unseres Trinkwassers beeinträchtigt werden könnte, konnte Geschäftsführer Niemeyer seinen Besuchern schnell nehmen.

„Unser Trinkwasser kommt aus verbandseigenen Brunnen in Hagen bei Neustadt und Forst Esloh in der Nähe von Seelze. Die Brunnen liegen in Trinkwasser-Schutzgebieten (siehe weiße Flächen in Karte), die einem besonders intensiven gesetzlichen Schutz unterliegen. Bodeneinträge mit chemischen Substanzen sind verboten, selbst die Düngung landwirtschaftlicher Flächen unterliegt strengen Auflagen“, so Niemeyer. „An beiden Standorten stehen auch unsere Wasserwerke, die das Wasser aufbereiten und den Leitungsdruck kontrollieren. Wir sind absolut autark, wir kaufen kein Wasser hinzu“. Die Qualität des Wassers werde stetig überwacht, sie sei besser, als die in so manchen gekauften Wasserflaschen.

Der Wasserverband Garbsen Neustadt versorgt 115.000 Menschen mit Trinkwasser. Das Versorgungsgebiet erstreckt sich von Schulenburg bis zum Steinhuder Meer und von Kohlenfeld bis nach Lichtenhorst (siehe Karte). Der Tagesbedarf in der Stadt Garbsen liegt bei 8.000 m³. Zur Zwischenspeicherung und um Versorgungsspitzen abdecken zu können, steht in Garbsen ein Behälter mit 5.000 m³ und in Horst einer mit 3.000 m³. Die Länge des gesamten Rohrnetzes beträgt fast 900 km.

Dieses Netz ist rund 50 bis 60 Jahre alt und an einigen Stellen marode. Deshalb hat der Verband ein finanziell aufwendiges Programm zur Erneuerung der Rohre aufgelegt. Das bringt Arbeit für Jahrzehnte, die der Verband zunehmend mit eigenem Personal bewältigen möchte. Gute Handwerker sind deshalb gefragt. Die Kosten für dieses Programm bestreitet der Verband ausschließlich aus den Erträgen seiner Wasserkunden, andere Einnahmen gibt es nicht.

Das Thema „Fracking“ wird von der Geschäftsführung inzwischen entspannt gesehen, weil die Rechtslage den Erfordernissen nach sauberem Trinkwasser sehr entgegen gekommen sei.

Auch der zukünftige Verlauf der Stadtbahntrasse wurde besprochen und besichtigt. Niemeyers Fazit: „Nicht glücklich, aber nicht zu ändern“. Vorstandsmitglied Gunther Koch sagt dazu: „Wir werden die Planungen und die Arbeiten kritisch, aber positiv begleiten. Eine Stadtbahn gehöre zu Garbsen, das habe man bei den Verhandlungen über die Ansiedlung der Conti deutlich verstanden“.

Einige der Besucher waren zum ersten Mal beim Wasserverband. Insbesondere sie nehmen wichtige Erkenntnisse mit nach Haus, die auch für ihre zukünftige politische Arbeit von Bedeutung sein werden.

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