HORST. „Ein Gewinn für alle“ lautet ein zentrales genossenschaftliches Motto, das allerdings die Hannoversche Volksbank mit der bevorstehenden Schließung der Filialen Horst, Frielingen und Osterwald mit Füßen tritt. Denn wenn im nächsten Jahr in drei Filialen die Lichter ausgehen, werden vor allem ältere Menschen zu Verlierern statt Gewinnern.

Lediglich in Frielingen soll ein Selbstbedienungscenter erhalten bleiben. Garbsener Christdemokraten fordern nachdrücklich, auch die anderen Standorte zu erhalten. In Osterwald, Schloß Ricklingen und Horst herrscht Betroffenheit: „Es geht gar nicht, dass die Volksbank in unseren Dörfern noch nicht einmal Geldautomaten betreiben will“, meint Jan Rathe, Vorsitzender der CDU Osterwald/Heitlingen. Besonders unverständlich: Noch im Frühjahr 2014 suchte die Volksbank neue Geschäftsräume in Osterwald-Unterende und bat Ortsbürgermeister Jürgen Haase um Rat. Dieser schlug der Bank den alten NP-Markt vor. Haase hatte daraufhin zwar mit einer Verlegung, aber nicht mit einer Schließung der Osterwalder Zweigstelle gerechnet. Er ist enttäuscht: „Nach meinem Standortvorschlag herrschte Funkstille seitens der Bank. Ich habe von den Schließungsplänen erst aus der Zeitung erfahren.“

Auch die CDU in Schloß Ricklingen ist mit der Entscheidung des Bankvorstandes sehr unglücklich. „Wir mussten die Schließung der Volksbank-Filiale hier im Dorf bereits vor mehreren Jahren verkraften und man schickte uns nach Horst. Jetzt müssen die Kunden sogar bis nach Berenbostel“, so Ortsratsmitglied Björn Tegtmeier. „Gerade der älteren Generation, die oftmals kein Online-Banking wünscht und den persönlichen Kontakt zum Mitarbeiter in der Filiale vorzieht, kann man lange Wege nach Berenbostel nur schwerlich zumuten“, so Tegtmeier weiter.

Die Christdemokraten erwarten vom Vorstand der Hannoverschen Volksbank, die Standortentscheidungen noch einmal zu überdenken. Ortsratsmitglied Wolfgang Steinberg (CDU Horst): „Ich habe es sehr begrüßt, dass am dezentralen Ortsrand von Meyenfeld ein SB-Center neu eröffnet hat. Darum ist überhaupt nicht nachvollziehbar, dass man die Dreistigkeit besitzt, gleichzeitig die Schließung einer zentral gelegenen Filiale in Horst anzukündigen. Das führt den Genossenschaftsgedanken ad absurdum und hat mit Kundennähe nichts zu tun.“

Volksbankkunden sind arm dran: Bargeld gibt es für sie in Osterwald und Horst ab April 2015 nur noch am Geldautomaten der Sparkasse – und das kostet jedes Mal 4,00 Euro Gebühren. „Da wird so mancher gleich ganz die Bank wechseln“, meint Wolfgang Steinberg.

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