SCHLOß RICKLINGEN (bwt). Fünf Flächen in Schloß Ricklingen standen am Dienstagabend zur Diskussion, als im Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung abschließend über das Wohnbauflächenprogramm beraten wurde. Alle zuvor beratschlagten Flächen in Berenbostel, Meyenfeld, Horst und Garbsen fanden eine Mehrheit. Lediglich bei einer Fläche im Kochslandweg soll erneut der Ortsrat eingebunden werden und die entsprechende Vorlage eine „Ehrenrunde machen“, wie es der Ausschussvorsitzende beschrieb.

Über die fünf Flächen in Schloß Ricklingen herrschte jedoch überhaupt keinerlei Einigkeit und schlussendlich wurden nur eine einzelne Fläche in das Programm mit aufgenommen. Diese liegt im nordöstlichen Teil Schloß Ricklingens im Bereich der Buschriede und Wedekindweg. Stadtbaurat Frank Hauke und sein verantwortlicher Mitarbeiter Michael Koch führten den anwesenden Politikern anschaulich aus, dass Schloss Ricklingen von Landschaftsschutzgebiet eingerahmt ist und daher nur wenige Flächen im Innenbereich überhaupt einer Bebauung zugeführt werden können. Es wurde deutlich, dass zwar nicht alle fünf Flächen optimale Voraussetzungen für eine Wohnbebauung erfüllen, aber es sind immerhin die einzigen Flächen, die man überhaupt noch entwickeln kann.

Trotz dieser aufrüttelnden Worte konnten sich die Vertreter der SPD und Unabhängigen nicht dazu durchringen dem CDU Antrag zuzustimmen. Bei den Grünen gab es keine gemeinsame Linie. Beide Abgeordneten stimmten unterschiedlich ab. Nur bei einer Fläche war man sich einig, die dann auch zusammen mit den Stimmen der Christdemokraten in das Wohnbauflächenprogramm aufgenommen wurde.

Der Abstimmung war eine durchaus kontroverse Diskussion vorausgegangen die so ähnlich bereits im Ortsrat geführt wurde. Vertreter der Union zeigten sich verwundert, dass der Fraktionsvorsitzende der SPD angeblich die Schloß Ricklinger Flächen nicht kannte. „Wir haben Herrn Vogel und Herrn Thiele bei der Ortsratsitzung vor einigen Wochen die Flächen auf einer Karte eingezeichnet und diese Karte auch herumgegeben. Anschließend wurde die Karte dem zuständigen Dezernenten der Stadt Garbsen, der an dem Abend als Vertreter der Verwaltung vor Ort war, überreicht und erklärt. Dieser konnte sich daran auch erinnern und war offenbar in der Lage eine Tischvorlage zur Ausschusssitzung zu fertigen. Es ist verwunderlich, dass die SPD und ihre ortskundigen Vertreter vor Ort sich an die Flächen nicht mehr erinnern können oder wollen. Dann in der Ausschusssitzung weiteren Beratungsbedarf zu reklamieren und die Flächen abzulehnen hat nun dazu geführt, dass die vier übrigen Flächen aus dem Wohnbauprogramm raus sind und in absehbarer Zeit diese Flächen nicht entwickelt werden können“, so Ortsratsmitglied Björn Tegtmeier.

„Wir bedanken uns aber bei unserem Fraktionssprecher Heinrich Dannenbrink, der im Ausschuss intensiv dafür geworben hat, die Schloß Ricklinger Flächen mit in das Wohnbauflächenprogramm aufzunehmen. Bereits im Ortsrat haben die Christdemokraten Wolfgang Steinberg und Peter Hahne klar gemacht wie wichtig das Wohnbauflächenprogramm ist. Hingegen kritisieren wir die SPD, die mit ihrem Abstimmungsverhalten die weitere Entwicklung von Schloß Ricklingen ausbremst. Einzelhandel, Dienstleister, Gewerbetreibende aber auch Wohnungssuchende sind auf ein Wachstum der Einwohnerzahlen angewiesen. Ohne neue Flächen keine neuen Ansiedlungen. Was wir hier von den Sozialdemokraten erlebt haben ist mit Worten kaum zu beschreiben. Das war wirklich kontraproduktiv für unser Dorf“, so Tegtmeier weiter.

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